Gleicher Lohn für gleiche Arbeit endlich umsetzen

TV-L Tarifverhandlungen 2026: 
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit:
Einkommenslücke im Lehrerzimmer endlich schließen!

Ein Kollegium – ein gleichgestelltes und faires Netto-Entgelt für die tarifbeschäftigten und die verbeamteten Lehrkräfte. Ein Job. Ein Maßstab. Die Lösung zur Finanzierung: Aussetzen der 1:1-Übertragung der Tarifergebnisse auf die Besoldung.

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ – das sollte auch für die 351.600 tarifbeschäftigten Lehrkräfte (destatis.de vom 21.06.2024) in Deutschland gelten. Das tut es aber seit Jahrzehnten nicht, obwohl diese Forderung in einigen Bundesländern in der Landesverfassung steht (Vgl. Art. 24 Abs. 2 in NRW). SchaLL.NRW fordert ein Ende dieses untragbaren und nicht verfassungskonformen Zustands und mahnt das Ende der 2-Klassen-Gesellschaft in den Lehrerzimmern zwischen tarifbeschäftigten und verbeamteten Kolleg:innen mit Nachdruck an.

Wir leisten als Tarifbeschäftigte in den Schulen, in der Bildung sowie bei der Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen tagtäglich die gleiche Arbeit wie verbeamtete Lehrkräfte. Der Einwand, es werden Äpfel mit Birnen verglichen, geht an der Realität vorbei – es geht um Äpfel und Äpfel, die jedoch je nach Status der Lehrkraft sehr ungleich bezahlt werden.

Ungleicher Lohn für gleiche Arbeit bedeutet über die Lebenszeit hinweg die Schlechterstellung angestellter Lehrkräfte – inklusive des ausschließlich Beamt:innen gewährten Familienzuschlags – kann diese sich auf zwischen ca. 500.000 Euro bis ca. bis zu 1.000.000 Euro nettosummieren.

SchaLL fordert ein Ende des Sonderopfers von vielen Milliarden Euro, das angestellte Lehrkräfte seit Jahrzehnten erbringen. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist nicht nur Verfassungsgrundsatz, Verfassungsrecht und soziales Recht, es geht auch um Wertschätzung und Anerkennung der 351.600 tarifbeschäftigten Lehrkräfte bei den Tarifverhandlungen zum TV-L 2026. Das Einkommensgefüge im öffentlichen Dienst ist seit Jahrzehnten ungerecht. Das ist eine Forderung nach Gerechtigkeit und hat nichts mit Neid oder Missgunst zu tun.

Wie lange wollen sich die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) als Arbeitgeberinnen und die Gewerkschaften dbb beamtenbund und tarifunion, GEW sowie ver.di dem Grundsatz nach einem gleichgestellten Netto-Entgelt beider Statusgruppen verweigern?

Forderungen für tarifbeschäftigte Lehrkräfte

  • Erhöhung des Bruttolohns um 33 %, mindestens jedoch 1.600 Euro für alle 351.600 angestellten Lehrkräfte in Deutschland

  • Einführung des Familienzuschlags (früher bekannt als Ortszuschlag) für die angestellten Lehrkräfte in Deutschland, der ihnen bislang vorenthalten wird

  • Erhöhung des Bruttolohns um 33 %, mindestens jedoch 1.200 Euro für MPT-Kräfte

  • Aussetzen der 1:1-Übertragung auf die Besoldung bis zum Ende der Nettolohn-Diskriminierung

Zu den laufenden Tarifverhandlungen haben wir auch einen Podcast aufgenommen:www.3x7.de/schallwelle-03

Solidarität ist keine Einbahnstraße!

Geld kann man nur einmal ausgeben – deshalb sollten zuerst jene Lehrkräfte spürbare Nettoentgelt-Erhöhungen erhalten, die am weitesten zurückliegen, statt die Haushaltsmittel auf alle ca. 1 Mio. Lehrkräfte so zu verteilen, dass die Einkommensschere zwischen den Statusgruppen Angestellte und Beamte mit jedem Tarifergebnis größer und größer wird. Wer Gerechtigkeit ernst nimmt, muss die Schieflage korrigieren und nicht bereits im Vorfeld laufender Tarifverhandlungen die 1:1-Übertragung der Tarifergebnisse zementieren. Die verbeamteten Kolleg:innen haben über Jahre von den streikenden Tarifbeschäftigten profitiert - nun wäre es fair zugunsten der benachteiligten Lehrkräfte, die 1:1-Übertragung auszusetzen. Erst wenn in ganz Deutschland für alle 351.600 tarifbeschäftigten Lehrkräfte das Ende der Nettolohndifferenz durchgesetzt ist, können beide Statusgruppen für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Entgelte eintreten. Solange die Übertragung der Tarifergebnisse 1:1 auf die Besoldung zementiert ist, wird die ungerechte Einkommenslücke jedoch immer größer.

Der Lehrkräfteverband SchaLL kämpft seit 25 Jahren für eine gerechte, verfassungskonforme Entlohnung für die inzwischen mehr als 350.000 angestellten Lehrkräfte in Deutschland. Wir fragen uns: Welche tarifbeschäftigte Lehrkraft hat Interesse daran, immer wieder zu streiken und damit die Ungerechtigkeit von einer Verhandlungsrunde zur nächsten zu vergrößern?