In der Folge 4 der SchaLL.Welle spricht Stefan Nierfeld, Vorsitzender SchaLL. NRW, mit dem renommierten Gewaltpräventionsforscher Prof. Dr. Herbert Scheithauer aus Berlin über Gewalt an Schulen und Gewalt gegen Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen. Ausgangspunkt sind steigende Fallzahlen, mediale Schlagzeilen und die Frage: Nimmt Gewalt wirklich zu – oder hat sich vor allem unser Blick, die Sensibilität und das Meldeverhalten verändert?
Prof. Scheithauer ordnet Hell- und Dunkelfeldstatistiken ein, verweist auf Langzeitstudien, die eher stabile oder rückläufige Gewaltzahlen zeigen, und erklärt, warum sich die gesellschaftliche Stimmung dennoch deutlich bedrohlicher anfühlt. Dabei geht es unter anderem um Mobbing, relationale Aggression, digitale Übergriffe, geschlechtsspezifische Gewaltformen gegenüber Lehrkräften und die Rolle von Medien und Social Media.
Der Podcast beleuchtet außerdem konkrete Erfahrungen aus Schulen: von alltäglichen Bedrohungen und mangelnder Unterstützung durch Schulleitungen bis hin zu schweren Gewalttaten, die bundesweit Schlagzeilen gemacht haben. Diskutiert werden strukturelle Defizite wie fehlende einheitliche Meldewege, ein „Flickenteppich“ von Präventions- und Alarmierungssystemen sowie die Überlastung vieler Lehrkräfte.
Gleichzeitig zeigt Prof. Scheithauer auf, welche Präventionsprogramme und Fortbildungsangebote es bereits gibt – etwa Fairplayer, NetWas oder das Fairplay Manual – und warum es so schwer ist, sie flächendeckend in einem großen Bundesland wie NRW umzusetzen. Es geht um Beziehungsarbeit, sozial-emotionales Lernen und die Frage, wie Schulen sichere Orte bleiben können, trotz Fachkräftemangel, hoher Belastung und gesellschaftlicher Krisenlage.
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